SAMS
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| Interview: „DVB-T2 sichert Zukunftsfähigkeit der digitalen Antenne“ |
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Quelle: http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=59355
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Digitalmagazin im Gespräch mit Henrik Rinnert, Leiter Business Unit TV, Media Broadcast
Bei einem DVB-T2-Test in Berlin wurde im Juni eine neue Technologie live getestet, welche „die optimierte und wesentlich effizientere Nutzung des vorhandenen Frequenzspektrums“ gestattet. „Der Zuschauer profitiert von einer größeren Programmvielfalt, von einer stark verbesserten Bildqualität sowie der Möglichkeit zum HDTV-Empfang“, erklärt Henrik Rinnert, Leiter Business Unit TV von Media Broadcast im Gespräch mit Digitalmagazin.
Digitalmagazin: Der Test des DVB-T2-Standards in Berlin – erstmals mit Live-Inhalten kooperierender Partnersender – erfolgte im Rahmen eines international besetzten Technologie-Meetings (Multi-PLP-Plugfest). Was versteht man unter einem Multi-PLP-Plugfest und wie fand dieses konkret in Berlin statt?
Rinnert: Vom 22. bis 24. Juni war Media Broadcast Gastgeber des international besetzten Multi-PLP-Plugfests in Berlin. Das weltweit tätige DVB Project Office hatte Media Broadcast für die Organisation, Konzeption und Durchführung des Workshops ausgewählt.
Das Technik-Meeting bot internationalen Unternehmen der Rundfunkbranche Gelegenheit, die Interoperabilität ihrer DVB-T2-fähigen Empfänger, Gateways und Messgeräte anhand eines Live-Signals zu testen. Hierbei wurde erstmals als Weltpremiere auch die Multi-PLP-Technologie live getestet, daher der Name Multi-PLP-Plugfest. Die Technik gestattet die optimierte und wesentlich effizientere Nutzung des vorhandenen Frequenzspektrums. Um die Tests unter möglichst realistischen Bedingungen durchzuführen, stellte Media Broadcast ein Live-TV-Signal im DVB-T2-Standard bereit, das bis zum Ende der Fußball-WM on air war und über den Sendestandort Berlin Alexanderplatz (Kanal 51, 2,3 kW) verbreitet wurde. Das Testsignal beinhaltete HD- und SD-Programme kooperierender Partner-Programmveranstalter, die gemeinsam über einen Multiplex übertragen wurden.
Digitalmagazin: Welche Ergebnisse ergab der Berliner Test?
Rinnert: Das Multi-PLP-Plugfest in Berlin verlief sehr erfolgreich. Die teilnehmenden Technologiepartner nutzten das Testlayout für umfangreiche Untersuchungen. Die gewonnenen Erkenntnisse betreffen eine Vielzahl von Details der technischen Infrastruktur- und Endgerätekette, so dass ihre Darstellung diesen Rahmen sprengen würde. Man kann jedoch konstatieren, dass die vollständige Verifikation von DVB-T2 damit wieder ein Stück näher gerückt ist. Wir sind sehr zuversichtlich: DVB-T2 sichert die Zukunftsfähigkeit der digitalen Antenne. Es bildet die technische Basis zur Migration des Antennenfernsehens hin zur kommenden Fernsehgeneration mit attraktiven, bislang bei der Nutzung des digital-terrestrischen Empfangs nicht verfügbaren, innovativen Anwendungsmöglichkeiten.
Media Broadcast wird den DVB-T2-Standard und die technischen Voraussetzungen für darüber hinausgehende Zusatzdienste zukünftig auch in Deutschland für den Ausbau der digitalen Terrestrik anbieten. Damit öffnen wir unseren Kunden und Geschäftspartnern den Weg für zukunftsweisende Nutzungsszenarien und attraktive Geschäftsmodelle. Der Zuschauer profitiert von einer größeren Programmvielfalt, von einer stark verbesserten Bildqualität sowie der Möglichkeit zum HDTV-Empfang. Letztendlich profitieren alle Beteiligten von den Möglichkeiten der nächsten Generation der digitalen Terrestrik.
Digitalmagazin: Mit der Multi-PLP-Technologie bietet DVB-T2 neue, zukunftsweisende Möglichkeiten zur optimierten Nutzung der Terrestrik. Was verbirgt sich hinter dieser Technologie und welche Optionen bietet sie?
Rinnert: Multi-PLP (Physical Layer Pipe) ist ein innovatives technisches Verfahren, das die effizientere und zugleich wesentlich flexiblere Nutzung terrestrischer Frequenzen ermöglicht. Es gestattet die Übertragung verschiedenartig konfigurierter TV-Signale über einen einzigen Multiplex, wobei die Transportströme für unterschiedliche Empfangsbedingungen optimiert werden können. Ein Beispiel: Rundfunkanbieter können mit Multi-PLP über eine einzige Frequenz sowohl ein HDTV-Programm für den stationären Empfang sowie mehrere SD-Programme optimiert für den Mobilempfang übertragen. Ein paar Zahlen verdeutlichen das Potenzial der Technik: Während des Plugfests strahlten wir ein H.264-encodiertes HDTV-Programm mit einer Datenrate von circa 10 MBit/s für den Empfang mit Außenantenne aus. Hinzu kamen drei H.264-encodierte SD-Programme. Diese wurden im statistischen Multiplex mit einer mittleren Datenrate von drei MBit/s für den portablen Inhouse-Empfang ausgestrahlt.
Digitalmagazin: Welche Rolle nimmt Media Broadcast beim Test des neuen Standards ein?
Rinnert: Media Broadcast treibt seit jeher technologische Innovationen voran, um seinen Partnern in der Medien- und Rundfunkbranche bestmögliche Lösungen in einem sich ständig wandelnden Wettbewerbsumfeld bereitzustellen. An der marktreifen Entwicklung von DVB-T2 sind wir sicherlich nicht ganz unbeteiligt. Die Vorteile des Standards liegen wie bereits dargelegt auf der Hand. Das erfolgreich durchgeführte Plugfest in Berlin hat dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Darüber hinaus beteiligt sich Media Broadcast auch an dem DVB-T2-Feldtest, den die NLM gegenwärtig in Kooperation mit öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Anbietern sowie Unternehmen der Rundfunktechnik in Niedersachsen durchführt. Wir haben das in diesem Test eingesetzte Netz geplant, aufgebaut und betreiben es. Zusammen mit unseren Kooperationspartnern untersuchen wir auch hier unterschiedliche Nutzungsvarianten des digitalen Antennenfernsehens. So leisten wir einen wichtigen Beitrag, um die Zukunft der digitalen Terrestrik zu sichern und auszuweiten. Unsere so gewonnenen Erfahrungen geben wir bei der Migration auf die digitale Antenne der Zukunft gerne an die interessierten Rundfunkanbieter und die Herstellerindustrie weiter.
Digitalmagazin: Ein Ausblick: Wie geht es weiter mit DVB-T2, sind weitere Tests geplant?
Rinnert: Die Basis für eine erfolgreiche Fortentwicklung der digitalen Antenne ist gelegt, dies hat das Multi-PLP-Plugfest nochmals eindrucksvoll belegt. Die technischen Hausaufgaben sind gemacht, der Ball liegt nun u. a. bei den Inhalteanbietern. Denn auch bei der Einführung des neuen T2-Standards, dessen Vorteile offenkundig sind, gilt nach wie vor: Content is king. Wichtig ist indes, den Verbraucher zu begeistern. Nur so kann die neue Technologie zum Wohle aller eingesetzt werden und die anhaltende Renaissance der digitalen Terrestrik weiter beflügeln. Media Broadcast wird daher gemeinsam mit allen Marktbeteiligten aus Herstellerindustrie, Inhalteanbietern sowie Rundfunkanstalten, medienpolitischen Organisationen und Programmveranstaltern ein verbraucherfreundliches Einführungsszenario entwickeln. Wir wissen: Technische Innovationen sind kein Wert an sich. Sie müssen mit Inhalten belebt werden, und die Interessen der Endkunden gilt es vom Start weg mit einzubeziehen.
Digitalmagazin: Herr Rinnert, vielen Dank für das Gespräch. |
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